TÜV-Plaketten und andere Standards

Categories Blog

Im Dezember standen sie mal wieder an, die Standard-Untersuchungen, die man im Laufe eines Kinderlebens so hinter sich bringen muss. Wenn man von der Norm abweicht wie Tammi, sind das nicht nur „die Us“ beim Kinderarzt sondern auch die Quartals-Check-Ups im SPZ.
In den ersten Lebensmonaten von Tammi hat mich das immer tierisch gestresst. Aber nicht weil es generell anstrengend ist, mit Baby zum Arzt zu müssen, sondern weil ich immer zwischen den Zeilen heraushören wollte, ob der Untersucher irgendeine Prognose über Tammis Entwicklung geben könne. Zunächst waren die Unterschiede zu gleichaltrigen, gesunden Kindern ja nicht so gravierend.
Aber im Laufe der Monate wurde schnell klar, dass Tammis motorische Entwicklungsverzögerung schwerwiegend ist. Unsere Physiotherapeutin nahm als Erste vorsichtig den Begriff „Cerebralparese“ in den Mund, und nach dem ersten Schock war ich doch froh, endlich eine Idee zu haben, was da los ist.

Mittlerweile ist Tammi so weit weg von Gleichaltrigen, dass man nicht mehr vergleicht. Das entspannt mich sehr, und die ganzen Untersuchungen sind nicht mehr so frustrierend. Tammi wird als Individuum gesehen, und jede noch so kleine Entwicklung wird wohlwollend notiert. So sollte es doch eigentlich immer sein!
Insgesamt waren sich aber alle Fachleute einig, dass sich Tammi unter den gegebenen Umständen gut macht. Trotzdem gibt es natürlich schon lange kein Kreuzchen mehr bei „Altersgerechte Entwicklung“ im gelben U-Heftchen. Aber Tammi hat auch kein U-Heftchen, sondern ein Buch…