Tammis Geschichte

Categories Blog

In diesem Blog dreht sich alles um Tammi und ihre Behinderung. Für Interessierte daher noch einige Fakten zu ihrer Gesundheitsgeschichte:

Tammi kam nach einer unkomplizierten Schwangerschaft knapp drei Wochen vor dem errechneten Termin per Notkaiserschnitt zur Welt, da sich ihre Plazenta vorzeitig ablöste. Sie wurde leblos geboren (APGAR 0/4/5) und erlitt trotz sofortiger Reanimation einen schweren Sauerstoffmangel (ph 6,75). Dadurch wurde ihr Gehirn irreversibel geschädigt.

Das verursacht bei Tammi folgende Probleme:
Sie kann sich bis heute nicht koordiniert bewegen, kann sich weder drehen, noch Dinge greifen. Sie kann nicht sitzen oder sich irgendwie fortbewegen. Infantile Cerebralparese nennt das der Mediziner. Außerdem hat Tammi Probleme mit dem Kauen, obwohl sie am Liebsten alles essen möchte, was auf den Tisch kommt. Den Hauptanteil ihrer Kalorien nimmt Tammi über eine spezielle Milch zu sich, die sie per Flasche bekommt.
Was noch typisch für derlei Hirnschädigungen ist, zeigt sich auch bei Tammi: Wahrnehmungsstörungen (laute Geräusche erschrecken sie immer noch), Koordinationsprobleme (Hände zum Mund führen ist eine echte Konzentrationsübung) und Regulationsstörungen (Tammi kann sich schlecht selbst beruhigen, schläft auch nur mit Hilfe ein, entdeckt aber gerade das Nuckeln für sich).

Viele Anfangssorgen haben sich aber glücklicherweise nicht bestätigt:
So kann Tammi prima sehen und hören, alleine atmen, schlucken und hat alle Schutzreflexe wie Husten etc. Sie ist wach, aufmerksam und hat ein gutes Sprachverständnis. Sie fängt an, Humor zu entwickeln und hat Spaß daran, uns alle zum Lachen zu bringen. Außerdem hat sie bisher keinerlei Anzeichen für epileptisches Geschehen, obwohl sie nach diesem Start eine erhöhte Neigung dafür hat. Wir hoffen sehr, dass dieser Kelch an ihr vorübergeht.

Unser Alltag richtet sich nach Tammis Terminkalender und so pendeln wir zwischen Physiopraxis, Spielgruppe, Logopädin und Tagesmutter, sind regelmäßig im SPZ und häufiger bei unserem Kinderarzt. Dennoch versuchen wir, immer mehr Normalität zu leben, haben seit einigen Wochen einen Fahrradanhänger für Familienradtouren und ein Planschbecken für die Abkühlung im Sommer.