Kreative Krisenbewältigung

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„Im 1. Lebensjahr macht ein Kind in Schnitt 12 Infekte durch“ heißt es so schön. Tammi hat sich da schwer ins Zeug gelegt und gefühlt 12 Infekte im Monat hingelegt … Angefangen von profanen Erkältungen, die einfach nur nervig sind, über Magen-Darm-Geschichten bis hin zum Noro-Virus über Weihnachten. Herrlich, das 2. Mal in Folge Festtage in der Kinderklinik und anschließende Quarantäne der gesamten Familie in den Weihnachtsferien.

Am härtesten getroffen hat uns alle aber eine Keuchhusten-Epidemie im Sommer 2016. Tammi war 8 Monate alt und noch nicht geimpft. Trotz schneller Antibiotika-Therapie hatte es Tammi so schlimm erwischt, dass wir einige Tage stationär überwacht werden mussten. Wer Keuchhusten kennt, weiß, dass nicht nur der Husten schlimm ist, sondern auch häufiges Erbrechen dazu gehört. Und bei einem ohnehin schon sehr schlanken Baby wie Tammi kann das schnell zum Problem werden. So benötigte Tammi leider wieder für 3 Wochen eine Magensonde, über die wir parallel zur Flasche zusätzlich kontinuierlich kleine Mengen Milch gaben. Trotz des 24-Stunden-Aufpäppelns wurde unsere Tochter immer weniger und schlapper und wir Eltern zunehmend besorgter. Mein Mutter- und Hebammenherz hatte schnell die Eingebung, dass Tammi Muttermilch bräuchte. Aber sämtliche TK-Vorräte waren aufgebraucht und um die eigene Produktion sozusagen wieder hochzufahren, fehlte einfach die Zeit. Glücklicherweise hatten zu diesem Zeitpunkt zwei Tanten von Tammi selber Babys, die sie stillten. Und sofort kam das Angebot, Milch für Tammi abzupumpen! Die beste Maßnahme in der ganzen Zeit.

Tammi bekam zunächst ausschließlich Muttermilch, nach einer Woche dann „nur noch“ einmal täglich; sie erholte sich zusehends. Wir waren erleichtert und Tammis Kinderarzt erstaunt über den Verlauf. Als er nachfragte, was wir gemacht hätten und ich sagte, dass Tammi Muttermilch von den Tanten bekam, staunte er nicht schlecht. Besondere Situationen brauchen halt besondere Maßnahmen …