Ich hatte schon einmal hier im Blog ein bisschen über Tammis Ernährungsempfehlung vom FHC geschrieben, und nun gibt es in dem Bereich auch noch mal eine Änderung.

Als wir mit Tammi das FHC-Programm anfingen, bekam sie größtenteils Milch mit der Flasche, teilweise hochkalorisch, weil sie zu leicht für ihr Alter ist. Mit der Beikost kamen wir nicht so recht weiter, obwohl Tammi großes Interesse am Familienessen hatte. Aber mehr als 2-3 Löffel war nicht in sie hinein zu bekommen. Und so war die Aufgabe im ersten Programm-Zyklus, Tammi zu 100% mit „richtigem“ Essen zu versorgen. Empfohlen wurde uns natürlich Bio-Qualität und selbst gekocht, aber auch casein- und glutenfrei. Und das haben wir in den letzten Monaten auch umgesetzt. Tammi macht das sehr gut und hat nun mittlerweile richtig Hunger und Appetit entwickelt.

Als wir Tammi nun wieder vorstellten, war man schon ganz zufrieden, empfahl uns aber jetzt, Tammi ketogen bzw. low carb zu ernähren. Das heißt stark vereinfacht, die Kohlenhydrate auf ein Minimum zu reduzieren, und als Hauptenergiequelle hochwertiges Fett zu verwenden. Ich kannte diese Diät-Form schon von anderen Familien mit Epilepsie-Kindern, hatte mich aber noch nicht ernsthaft damit beschäftigt. Und so bekamen wir am ersten Tag in Wales eine ausführliche Einführung in das Thema, und auch genaue Informationen, in welchem Verhältnis sämtliche Nahrungsmittel gegessen werden dürfen. Puh! Das mussten wir zunächst ein paar Tage sacken lassen, obwohl ich die Idee hinter der Empfehlung sehr gut finde. Man hat bei verschieden Krankheitsbildern nämlich eine verbesserte Hirnfunktion festgestellt, wenn sich die Patienten ketogen ernähren. Daher empfiehlt das FHC sehr gerne diese Art der Ernährung, allerdings nicht ganz so streng wie bei Epilepsie-Kindern. Spezielle Zielwerte im Blut oder grammgenaue Berechnungen sind glücklicherweise nicht nötig.

Zuhause angekommen, plante ich nun mögliche Essenskombinationen, um erst mal einen Anfang machen zu können. Und mir wurde schnell klar, dass es nicht einfach nur ein „Weglassen“ ist, sondern es wirklich genaue Überlegung braucht, um nicht in irgendeine Mangelsituation zu kommen. Also wanderte ich durch die Bio-Supermärkte, studierte Zutatenlisten und las mich durch einige sehr, sehr gute Keto-Blogs. Und mit zunehmendem Verständnis des Prinzips fand ich Gefallen an der Sache, und habe für mich beschlossen, zusammen mit Tammi ketogen zu leben. Viele FHC-Familien steigen komplett auf diese Ernährung um. Aber unserer Großen die heißgeliebten Nudeln und das „normale“ Schulbrot zu streichen, kommt für mich nicht in Frage. An Männe ist dieser Kelch allerdings noch nicht vorüber. Auch wenn er sich ein Leben ohne sein Morgen-Toast so gar nicht vorstellen kann…