Frühstückstee, Linksverkehr und Fish & Chips

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Das und noch viel mehr begegnete uns Anfang Oktober bei unserem Kontrolltermin beim Family Hope Center – diesmal im schönen Wales. Es waren zwar noch nicht ganz sechs Monate vergangen seit unserer Erstvorstellung im April, aber trotzdem waren wir sehr aufgeregt, was das Team zu Tammis Entwicklung sagen würde. Aufgrund des monstermäßigen Sommers haben wir nämlich so manches nicht dauerhaft umsetzen können: Baden im 37 Grad warmen Wasser oder eine Massage mit Kokosöl waren bei den Temperaturen für niemanden ein Spaß…

Und so wurde Tammi wieder zunächst von sämtlichen Team-Mitgliedern untersucht, und wir Eltern zum Alltag in den letzten Monaten befragt: Was isst Tammi? Wie viel trinkt sie? Was machen die epileptischen Anfälle? Und welche Medikamente nimmt sie aktuell?

Aber auch die Umsetzung des Therapieplanes des letzten Termins wurde besprochen – Was ging gut? Und wo hapert es noch?

Am zweiten Tag bekamen wir eine aktuelle Übersicht über Tammis Entwicklungsstand und waren mehr als erfreut: Tammi hat sich in allen Kategorien verbessert, vor allem im kognitiven Bereich. Wir Eltern hatten das natürlich im Alltag schon wahrgenommen, aber das jetzt noch mal bestätigt zu bekommen war einfach toll! Und es zeigt sehr deutlich, dass unsere „Arbeit“ nun Früchte trägt. Denn die größte Baustelle ist nach wie vor Tammis Bewegung, und das ist genau der Bereich, den wir am schwierigsten fanden umzusetzen. Das bleibt also auch im nächsten Therapie-Zyklus die umfangreichste Abteilung, und wird mich weiter vor große Herausforderungen stellen. Dazu mehr in einem weiteren Blog-Beitrag in den nächsten Tagen.

Umso erfreulicher, dass einige Übungen komplett wegfallen, weil wir das „Ziel“ erreicht haben: So hat Tammi nun einen normalen Pupillen-Reflex und sie kann jetzt Geräusche im Raum perfekt orten. Das war im Frühjahr noch nicht so. Diese Veränderungen hatten bereits Tammis Augenarzt und auch ein HNO-Arzt bestätigt, teilweise doch sehr verblüfft.

Aber auch Tammis Verständnis-Wortschatz ist deutlich gewachsen, auch wenn sie nach wie vor nicht spricht. Sie kann Dinge und Personen auf Bildern wieder erkennen und versteht auch die Bezeichnung dazu. Als nächsten Schritt werden wir mit ihr das geschriebene Wort üben, indem wir nicht nur das Bild zeigen und den Gegenstand benennen, sondern auch das passende Wort zeigen. „Early reading“ nennt sich das, obwohl es nicht darum geht, Tammi das Lesen beizubringen, sondern lediglich ein weiteres Detail beim „Dinge kennenlernen und benennen“ ist. Quasi mehr Input an dieser Stelle.

Insgesamt hat Tammi einen kleinen Teil des enormen Entwicklungsrückstandes aufholen können, und fällt nun in die dritte von vier Kategorien von Hirnschädigungs-Graden. Angefangen hatten wir im Frühjahr in der vierten… Was für ein Antrieb für uns, weiter am Ball zu bleiben! Und was für ein Grund, erneut Danke an Menschen zu sagen, die uns dabei unterstützt haben. Also: Vielen, vielen Dank an alle Beteiligten – wir sind auf dem richtigen Weg, und ohne Euch wäre das nicht möglich!