„Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ oder „Epilepsie ist ein Arschloch“

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Es ist still geworden in Tammis Welt – und das hat zwei Gründe: Der erste ist toll, aufregend und glücklich – unsere Reisevorbereitungen liefen auf Hochtouren, wir wollten bereits am 10. März mit Tammi in die USA fliegen. Es musste viel organisiert werden, angefangen von den normalen Reiseunterlagen, Pässen, ESTA-Anträgen über speziellere Formalitäten wie TÜV-Gutachten für Tammis Sitzhilfe und Sondererlaubnis zur Mitnahme von Tammis Milch im Handgepäck. Wir staunten nicht schlecht, an was man alles denken muss, wenn man mit einem besonderen Kind reisen möchte. Dennoch überwog natürlich die Vorfreude auf die große Reise!

Bis zu einem Mittag Ende Februar, an dem ich Tammi krampfend in ihrem Bettchen fand. Völlig unvorbereitet und zu Tode erschrocken rief ich den Notarzt, der schnell vor Ort war. Da Tammi bisher keinerlei Krampfanfälle hatte, hatten wir auch kein Notfallmedikament zu Hause. Und so folgte das volle Programm mit Blaulicht, Notaufnahme in der Kinderklinik und stationäre Überwachung für einige Tage.
Tammi erholte sich glücklicherweise sehr schnell wieder, aber uns wurde dringend von einem Transatlantik-Flug in den nächsten Wochen abgeraten. Das Wiederholungsrisiko sei im Moment sehr hoch, und über dem Wasser wäre so eine Situation unberechenbar.
Für uns alle natürlich ein Riesen-Schock, waren wir doch bisher sehr dankbar, dass Epilepsie nicht in Tammis Diagnose-Liste auftauchte. Nun also doch, mit allem, was dazu gehört: Neue Medikamente und ein Heim-Monitor zur Überwachung, wenn Tammi schläft.

Und so muss der lang ersehnte Therapie-Trip in die USA warten. Wie lange, wissen wir nicht. Ein herber Rückschlag in unserem Vorhaben, trotz aller Schwierigkeiten ein möglichst normales Familienleben zu führen.
Wer uns kennt, weiß aber, dass wir uns von nichts in der Welt davon abhalten lassen werden, weiter zu machen. Wenn die Zeit dafür gekommen ist, und Tammi sicher und gesund das Land verlassen kann…